Gemeinschaft

Gemeinde beginnt im Kleinen

Gemeinde beginnt nicht mit einem Gebäude.

Nicht mit einem Verein.

Nicht mit einem Gottesdienstprogramm.

Und auch nicht mit einer bestimmten Zahl von Menschen.

Jesus sagt:

„Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“

Matthäus 18,20

Darum beginnt christliche Gemeinschaft dort, wo Menschen im Namen Jesu zusammenkommen.

Du und ein Freund.

Du und deine Familie.

Menschen, die gemeinsam glauben, beten, die Schrift lesen und Jesus nachfolgen wollen.

Genau darin liegt der Gedanke von SMALL CHURCH.

Gemeinschaft statt Veranstaltung

Täuferisches Gemeindeverständnis fragt nicht zuerst:

Wo gehe ich sonntags hin?

Sondern:

Mit wem lebe ich meinen Glauben?

Gemeinde ist mehr als der Besuch eines Gottesdienstes.

Sie entsteht dort, wo Menschen ihr Leben miteinander teilen und gemeinsam Christus nachfolgen.

Das Neue Testament beschreibt Gemeinde deshalb nicht als Publikum.

Es beschreibt sie als Leib.

Menschen gehören zueinander.

Sie tragen Verantwortung füreinander.

Sie brauchen einander.

Eine Gemeinschaft von Glaubenden

In der täuferischen Tradition besteht Gemeinde aus Menschen, die ihren Glauben bewusst bekennen und Jesus nachfolgen wollen.

Die Taufe ist dabei Ausdruck dieser persönlichen Entscheidung.

Niemand wird allein durch Herkunft, Familie oder gesellschaftliche Zugehörigkeit Teil der Gemeinde Christi.

Glaube kann nicht vererbt werden.

Er kann nicht staatlich angeordnet werden.

Und er kann nicht durch eine Institution ersetzt werden.

Gemeinschaft entsteht aus gemeinsamem Glauben und gemeinsamer Nachfolge.

Wir brauchen einander

Christlicher Glaube ist persönlich.

Aber er ist nicht individualistisch.

Wir brauchen Menschen, die mit uns beten.

Menschen, mit denen wir die Bibel lesen.

Menschen, die uns ermutigen.

Menschen, die uns helfen.

Und manchmal auch Menschen, die uns widersprechen.

Das Neue Testament spricht immer wieder davon, einander zu dienen, einander zu tragen, einander zu ermahnen und füreinander da zu sein.

Gemeinschaft bedeutet deshalb mehr als Sympathie.

Sie bedeutet Verantwortung.

Wahrheit und Liebe

Echte Gemeinschaft besteht nicht darin, jedem immer recht zu geben.

Auch nicht darin, Konflikte zu vermeiden.

Christliche Gemeinschaft braucht Wahrheit und Liebe.

Wo Wahrheit fehlt, wird Gemeinschaft beliebig.

Wo Liebe fehlt, wird Wahrheit hart.

Darum brauchen wir beides.

Wir sollen einander ermutigen.

Aber wir dürfen einander auch korrigieren.

Wir sollen vergeben.

Aber wir sollen falsche Lehre und zerstörerisches Verhalten nicht einfach hinnehmen.

Die Gemeinde darf nicht danach entscheiden, was die Mehrheit angenehm findet.

Ihr Maßstab bleibt Christus und sein Wort.

Jeder hat eine Aufgabe

Paulus beschreibt die Gemeinde als einen Leib mit vielen Gliedern.

Nicht jeder hat dieselbe Aufgabe.

Nicht jeder besitzt dieselben Gaben.

Und nicht jeder muss dasselbe können.

Manche lehren.

Manche helfen.

Manche ermutigen.

Manche dienen praktisch.

Manche besitzen ein besonderes Gespür dafür, Lehre und geistliche Entwicklungen zu prüfen.

Diese Verschiedenheit ist kein Problem.

Sie gehört zur Gemeinde.

Gemeinschaft wird schwächer, wenn nur die Gaben Raum bekommen, die sichtbar, angenehm oder populär sind.

Sie wird stärker, wenn jeder mit dem dienen kann, was Gott ihm gegeben hat.

Gemeinsam entscheiden

Täuferische Gemeinden waren traditionell von einer starken Beteiligung der Gemeinschaft geprägt.

Dabei bedeutet Gemeinschaft jedoch nicht, dass Wahrheit durch Abstimmung entsteht.

Eine Mehrheit macht eine Lehre nicht richtig.

Gemeinsame Entscheidungen sollen deshalb unter der Schrift getroffen werden.

Wir hören einander zu.

Wir prüfen.

Wir suchen nach Übereinstimmung.

Und wir fragen nicht zuerst:

Was wollen wir?

Sondern:

Was entspricht Christus?

Einfach zusammenkommen

Christliche Gemeinschaft braucht nicht viel.

Die ersten Christen kamen in Häusern zusammen.

Auch die frühen Täufer trafen sich häufig in kleinen Gemeinschaften – manchmal aus Überzeugung, manchmal aus Notwendigkeit.

Ein Tisch kann reichen.

Eine Bibel kann reichen.

Brot und Kelch können reichen.

Zwei oder drei Menschen können reichen.

Nicht weil Gemeinde unwichtig wäre.

Sondern weil Gemeinde nicht von großen Strukturen abhängig ist.

Christus ist ihre Mitte.

Brot teilen

Gemeinschaft wird sichtbar.

Im gemeinsamen Gebet.

Im gemeinsamen Lesen der Schrift.

Im Essen.

Im gegenseitigen Helfen.

Und auch im Abendmahl.

Die ersten Christen brachen miteinander das Brot.

Das Abendmahl erinnert uns an Jesus Christus und verbindet die Gemeinschaft mit ihm und miteinander.

Es ist kein religiöses Schauspiel.

Es ist Erinnerung, Bekenntnis und Gemeinschaft.

Verantwortung füreinander

Täuferische Gemeinschaft war nie nur eine lose Zusammenkunft unabhängiger Einzelner.

Wer gemeinsam Christus nachfolgt, übernimmt Verantwortung.

Wenn jemand Hilfe braucht, helfen wir.

Wenn jemand fällt, richten wir ihn auf.

Wenn jemand vom Weg abkommt, schauen wir nicht einfach weg.

Wenn wir selbst falsch liegen, müssen auch wir bereit sein, Korrektur anzunehmen.

Das ist nicht immer bequem.

Aber verbindliche Gemeinschaft unterscheidet sich gerade darin von einem unverbindlichen religiösen Angebot.

Freiwillig und ohne Zwang

Gleichzeitig kann echte christliche Gemeinschaft niemals erzwungen werden.

Das gehört zum Kern täuferischen Denkens.

Glaube ist frei.

Taufe ist frei.

Und auch Gemeinschaft muss aus freier Überzeugung entstehen.

Niemand soll durch gesellschaftlichen Druck, Angst oder religiöse Macht an eine Gemeinschaft gebunden werden.

Christliche Autorität ist Dienst.

Nicht Herrschaft.

Jesus selbst ist das Haupt der Gemeinde.

Gemeinschaft über Grenzen hinweg

SMALL CHURCH versteht sich deshalb nicht als die einzig richtige Gemeinde und auch nicht als neue Konfession.

Christliche Gemeinschaft ist größer als unsere eigene Gruppe.

Überall dort, wo Menschen an Jesus Christus glauben und ihm ernsthaft nachfolgen wollen, erkennen wir Brüder und Schwestern.

Dabei dürfen Unterschiede benannt und Lehren geprüft werden.

Einheit bedeutet nicht, Unterschiede zu verschweigen.

Aber Unterschiede müssen auch nicht verhindern, gemeinsam zu beten, miteinander zu reden oder einander zu helfen.

SMALL CHURCH bist du

SMALL CHURCH soll keine weitere Organisation werden, die Menschen konsumieren.

Der Gedanke ist einfacher:

Beginne dort, wo du bist.

Lies mit jemandem die Bibel.

Betet miteinander.

Esst miteinander.

Helft einander.

Prüft gemeinsam, was ihr glaubt.

Folgt Jesus.

Vielleicht sind es zunächst nur zwei Menschen.

Vielleicht eine Familie.

Vielleicht wächst daraus eine kleine Gemeinschaft.

Gemeinde beginnt nicht erst, wenn genügend Menschen zusammenkommen.

„Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“

SMALL CHURCH beginnt dort.